Im vorherigen Artikel haben wir besprochen, wie Sie Ihre Bereitschaft für die Teile Lesen und Hören einschätzen können. Doch was ist mit dem schriftlichen Teil - Schreiben?
Gerade das Schreiben wird bei internationalen Prüfungen auf höheren Niveaus häufig zum größten Problem: Goethe-Zertifikat B2, C1, C2, TestDaF digital, ÖSD, telc. Während sich Sprechen und Hörverstehen noch durch Sprachumfeld oder Kurse verbessern lassen, erfordert die Fähigkeit, Gedanken schriftlich klar und strukturiert zu formulieren, systematische Arbeit.
Viele Lernende denken zu Beginn ihres Sprachlernens nicht daran, dass sie die Sprache irgendwann auch schriftlich verwenden müssen, und konzentrieren sich hauptsächlich auf die mündliche Kommunikation. Das ist ein strategischer Fehler. In allen internationalen Zertifikatsprüfungen gibt es einen Schreiben-Teil, und nicht aufgearbeitete Lücken aus früheren Niveaus werden oft zu einer ernsthaften Hürde. Wenn Sie die Prüfung bestehen müssen, stellt sich daher die Frage: Woran erkennen Sie, ob Sie für den schriftlichen Teil bereit sind?
Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung: 4 zentrale Schritte
Unabhängig vom Niveau (A2, B1, B2, C1 oder TestDaF) lässt sich die Vorbereitung in vier zentrale Schritte gliedern.
1. Das Prüfungsformat genau kennenlernen
Sie sollten wissen, wie viele Aufgaben die Prüfung enthält, welche Aufgabentypen vorkommen, welchen Umfang die Texte haben müssen und welche formalen Anforderungen gelten. Ohne Verständnis des Formats garantiert selbst ein hohes Sprachniveau keinen Erfolg.
2. Typische Redemittel und Strukturen erarbeiten
Auf niedrigeren Niveaus (A2-B1) basiert die Vorbereitung teilweise auf dem Einprägen typischer Sprachmuster. Auf dem Niveau B2-C1 sowie bei TestDaF reicht das allein nicht mehr aus, dennoch bleiben feste Strukturen wichtig. Sie können bestimmte „Bausteine“ auswendig lernen, die die für dieses Niveau notwendige Grammatik und Wortschatz enthalten:
- Einleitung in das Thema
- Formulierung der eigenen Position
- Argumente „dafür“ und „dagegen“
- Analyse von Statistiken
- logischer Schluss
- Höflichkeitsformeln (bei formellen Briefen)
Passend gewählte Textbausteine helfen Ihnen, grammatische Fehler zu vermeiden, niveauangemessenen Wortschatz zu zeigen, eine klare Struktur zu sichern und Prüfungsstress zu reduzieren - denn Sie wissen bereits, wie Sie Ihren Text aufbauen.
3. Die Bewertungskriterien verstehen
Genau hier verlieren viele Kandidatinnen und Kandidaten Punkte, wenn sie „frei“ oder „wie in der Schule gelernt“ schreiben. Die Bewertung umfasst in der Regel:
- Aufgabenerfüllung,
- Struktur und Kohärenz,
- Wortschatz,
- grammatische Richtigkeit,
- stilistische Angemessenheit.
Sie müssen klar verstehen, wofür Sie Punkte erhalten und wodurch Sie Punkte verlieren. Bei manchen Prüfungen spielt Grammatik eine eher untergeordnete Rolle (z.B. bei TestDaF), bei anderen ist sie entscheidend.
4. Regelmäßig mit Korrektur und Feedback üben
Schreiben lässt sich nicht allein theoretisch beherrschen. Sie benötigen:
- regelmäßige Probeaufgaben,
- Bewertung nach offiziellen Kriterien,
- detaillierte Fehleranalyse,
- eine Strategie zur Verbesserung Ihrer Schwächen.
Den ersten Schritt können Sie selbstständig erledigen. Die weiteren Schritte erfordern jedoch die Begleitung einer Lehrkraft, die sich auf die jeweilige Prüfung spezialisiert hat und weiß, wie sie bewertet wird.
Wo können Sie sich gezielt auf Schreiben vorbereiten?
Auf unserer Website finden Sie strukturierte Vorbereitungskurse für:
- Goethe-Zertifikat B2 (Kurs auf Ukrainisch)
- TestDaF digital (Kurs auf Deutsch)
Die Kurse bieten einen ganzheitlichen Ansatz: Wir analysieren das aktuelle Prüfungsformat detailliert, stellen passende Textbausteine mit relevanter Grammatik und Wortschatz zur Verfügung und erklären alle Bewertungskriterien, damit Sie eine effektive Strategie für eine sichere und hohe Punktzahl entwickeln können.
Kann künstliche Intelligenz Ihr Schreiben bewerten?
Künstliche Intelligenz kann grammatische Fehler erkennen. Aber KI:
- vergibt keine korrekte Punktzahl nach offiziellen Deskriptoren,
- berücksichtigt nicht die Besonderheiten der jeweiligen Prüfung,
- erkennt keine strategischen Schwachstellen.
Eine fachkundige Korrektur bedeutet nicht nur Fehlerverbesserung, sondern auch Bewertung gemäß den offiziellen Kriterien. Auf der Website finden Sie Probeaufgaben zum Schreiben für Goethe-Zertifikat B1, Goethe-Zertifikat B2 und TestDaF digital mit Korrektur, Endbewertung und ausführlichem Feedback.
Wann sollten Sie sich zur Prüfung anmelden?
Wenn Ihr korrigiertes Ergebnis stabil 75 % oder mehr erreicht, können Sie sich guten Gewissens zur Prüfung anmelden. Liegt das Ergebnis darunter, sollten Sie weiter trainieren. Das ist kein Scheitern, sondern ein Signal für systematische Verbesserung.
Fazit
Der schriftliche Teil einer internationalen Sprachprüfung prüft nicht Ihr „Schreibtalent“, sondern Ihre systematische Vorbereitung, Ihr Verständnis der Bewertungskriterien und Ihre Fähigkeit, nach Format zu arbeiten. Wenn Sie die Struktur kennen, über die richtigen Werkzeuge verfügen und professionelles Feedback erhalten, wird Ihr Ergebnis planbar. Und ein planbares Ergebnis bedeutet Sicherheit am Prüfungstag.

